{"id":76,"date":"2014-01-04T18:41:31","date_gmt":"2014-01-04T16:41:31","guid":{"rendered":"http:\/\/schloss-reinhardsbrunn.de\/?page_id=76"},"modified":"2014-01-06T03:55:57","modified_gmt":"2014-01-06T01:55:57","slug":"chronistischer-ueberblick","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/www.schloss-reinhardsbrunn.de\/?page_id=76","title":{"rendered":"Chronistischer \u00dcberblick"},"content":{"rendered":"<h1>Chronistischer \u00dcberblick<\/h1>\n<p><a href=\"http:\/\/www.schloss-reinhardsbrunn.de\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/kloster.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-107 aligncenter\" alt=\"kloster\" src=\"http:\/\/www.schloss-reinhardsbrunn.de\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/kloster.jpg\" width=\"680\" height=\"280\" srcset=\"http:\/\/www.schloss-reinhardsbrunn.de\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/kloster.jpg 800w, http:\/\/www.schloss-reinhardsbrunn.de\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/kloster-300x123.jpg 300w, http:\/\/www.schloss-reinhardsbrunn.de\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/kloster-250x102.jpg 250w\" sizes=\"(max-width: 680px) 100vw, 680px\" \/><\/a><\/p>\n<p><strong>Runde 450 Jahre, von 1085 bis in das erste Drittel des 16. Jahrhundert befand sich an der Stelle des heutigen Schlosses Reinhardsbrunn ein Kloster gleichen Namens. Es verdankt seine Entstehung dem Aufbruch im hohen Mittelalter, der ganz Europa erfa\u00dfte und besonders in Th\u00fcringen mit den Ludowingern verbunden ist. Diese Chronik umfa\u00dft im \u00dcbergang zum Jahr 2000 rund 1000 Jahre Zeitgeschichte. <\/strong><span style=\"color: #ffffff;\"><strong>Dieser<\/strong> Text stammt von <a href=\"http:\/\/www.schloss-reinhardsbrunn.de\"><span style=\"color: #ffffff;\">www.schloss-reinhardsbrunn.de<\/span><\/a><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff;\"><strong><span style=\"background-color: #ff9900;\">\u00a01044\u00a0<\/span>\u00a0<\/strong><\/span>wird die \u201cSchowingburg\u201d durch Ludwig mit dem Barte errichtet. Verliehen durch den Erzbischof zu Mainz und dem deutschen Kaiserhof tr\u00e4gt der Graf aus Franken den Titel Statthalter von Th\u00fcringen mit dem Wappen der Ludowinger: rot-wei\u00df gestreifter L\u00f6we auf blauem Feld. Ihm verdankt auch Friedrichroda seinen Ursprung durch sein Bem\u00fchen, weitgehend unkultiviertes Land zu erschlie\u00dfen und damit auch im Th\u00fcringer Wald die Grundlage f\u00fcr k\u00fcnftige politische Aktivit\u00e4ten zu schaffen. Der Mainzer Erzbischof Bardo (1031 \u2013 1051) habe (der Sage nach) Ludwig dem B\u00e4rtigen Land bei Altenbergen und Reinhardsbrunn als Lehen \u00fcbertragen, das dieser durch Kauf von Th\u00fcringer Freien und durch die Ehe mit C\u00e4cilie von Sangerhausen erweitern konnte. Wie die Reinhardsbrunner Chronik behauptet, sei in der durch den Vater errichteten Kapelle von Altenbergen, der \u00e4lteste Sohn Ludwig der Springer durch Erzbischof Bardo getauft worden.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff; background-color: #ff9900;\">\u00a01080\u00a0\u00a0<\/span> baute Ludwig die durch die Schauenburg bei Friedrichroda gesicherte Rodungsherrschaft seines Vaters weiter aus. Auch die von ihm erbaute Wartburg bei Eisenach wurde zum westlichen Eckpfeiler seines vergr\u00f6\u00dferten Herrschaftsbereiches. Dazu sollte auch die Neuenburg bei Freyburg a. d. Unstrut hinzukommen.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff; background-color: #ff9900;\">\u00a01085\u00a0<\/span>\u00a0wird berichtet, da\u00df der Pfalzgraf Friedrich II. an einem Februartag nahe seines Schlosses Scheiplitz auf der Jagd \u00fcberfallen und umgebracht worden sei. Das Volk munkelte, Ludwig der Springer sei der Auftraggeber f\u00fcr diese Untat gewesen und das die folgende Ehe mit der Witwe Adelheit von Reue und Angst ums Seelenheil \u00fcberschattet war. Noch im gleichen Jahr gr\u00fcndete Ludwig der Springer das Benediktinerkloster Reinhardsbrunn. Die Reinhardsbrunner Tradition datierte sp\u00e4ter die Untat zur\u00fcck und f\u00fclltedie Zeit mit der vom Kaiser verf\u00fcgten Gefangenschaft Ludwigs auf dem Giebichenstein bei Halle aus. Ein \u201csagenhafter\u201d Sprung aus einem Fenster der Burg in die Saale rettete ihm das Leben und f\u00fchrte au\u00dferdem zur Stiftung einer Kirche in Sangerhausen. Vor allem verlieh diese Geschichte den Beinamen \u201cder Springer\u201d seine Bedeutung. Zutreffend ist auf jeden Fall, da\u00df aus dem\u00a0 \u201ccomes\u201d des Kaisers inzwischen einer seiner erbittersten Gegner geworden war.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff; background-color: #ff9900;\">\u00a01089\u00a0<\/span>\u00a0 war die Berufung von M\u00f6nchen aus dem Reformkloster Hirsau f\u00fcr das nun fertiggebaute Kloster Reinhardsbrunn ein Affront gegen den Kaiser. Ludwigs Politik zielte auf einen feudalen Landesstaat Th\u00fcringen. Bei der Wahl des Ortes f\u00fcr das Kloster soll Ludwig einen T\u00f6pfer namens Reinhard getroffen haben, der bei einem Brunnen ein H\u00e4uschen hatte. Eben jener sah nachts Lichter. Wo sie ihm erschienen waren, entstand das Kloster. Mit den Benediktinern (cluniazenisch) von Abt Wilhelm von Hirsau erlangten die Reformkl\u00f6ster damit ihre erste Niederlassung in Th\u00fcringen und diese standen im damals w\u00e4hrenden Investiturstreit eindeutig gegen den Kaiser. Auch Ludwig der Springer hatte sich der allgemeinen s\u00e4chsich- th\u00fcringischen F\u00fcrstenopposition angeschlossen, auch sp\u00e4ter gegen Kaiser Heinrich V.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff; background-color: #ff9900;\">\u00a01092\u00a0<\/span>\u00a0 erfolgte die Anerkennung der Gr\u00fcndung des Klosters Reinhardsbrunn in einer Urkunde. Als Garant der politischen Absicherung von Reinhardsbrunn kam nach Lage der Dinge nur der Papst in Frage. Das Adelheid mit ihrem Gatten in Rom dem Papste Urban II. zu F\u00fc\u00dfen gelegen und zur Bu\u00dfe den Bau des Klosters gelotst h\u00e4tten, wird sp\u00e4ter als eine Ausschm\u00fcckung der kl\u00f6sterlichen Tradition gewertet. Es wird eher angenommen, da\u00df der befreundete Bischof Stephan von Halberstadt ihnen nach dem Klosterbau die Absolution des Papstes erwirkt haben soll. Das Kloster erhielt durch Stiftungen bald umfangreichen und weit gestreuten Grundbesitz bis in die Gegend von Torgau, in das th\u00fcringische Holzland und auch in Nordth\u00fcringen. Damit wuchs es in Konkurrenz zu anderen th\u00fcringischen Kl\u00f6stern zu einem starken Wirtschaftszentrum heran.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff; background-color: #ff9900;\">\u00a01113\u00a0<\/span>\u00a0 mu\u00df sich Ludwig der Springer nach einer Niederlage der Verb\u00fcndeten ergeben, konnte jedoch gegen Auslieferung der Wartburg wieder freikommen.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff; background-color: #ff9900;\">\u00a01114\u00a0<\/span>\u00a0 lie\u00df ihn Heinrich V. erneut gefangennehmen und dieses mal f\u00fcr fasst drei Jahre in den Kerker werfen. Seinen S\u00f6hnen ereilte das gleiche Schicksal. Sein \u00e4ltester Sohn Hermann starb sogar in der Gefangenschaft.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff; background-color: #ff9900;\">\u00a01116\u00a0<\/span>\u00a0 kam Graf Ludwig aus der Gefangenschaft. Er lebte zun\u00e4chst wieder auf der Wartburg und vereinigte sich erneut mit seinen S\u00f6hnen Ludwig und Heinrich gegen den Kaiser. Daraus entstand sogar noch Gewinn f\u00fcr seine Macht.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff; background-color: #ff9900;\">\u00a01123\u00a0<\/span>\u00a0\u00a0\u00fcbergibt Ludwig der Springer schlie\u00dflich den S\u00f6hnen Ludwig und Heinrich (Raspe I.)\u00a0 seine Herrschaft mit Wartburg und Neuenburg und zog selbst die M\u00f6nchskutte an und wurde Benediktiner in Reinhardsbrunn, wo er noch in demselben Jahr starb und bestattet wurde. Auch Adelheid, die bereits 1110 gestorben war, ist in Reinhardsbrunn bestattet worden, nachdem sie als \u00c4btissin in dem angeblich von ihr gestifteten Kloster Scheiplitz gewirkt hatte (nach einer anderen \u00dcberlieferung soll es Kloster Oldisleben gewesen sein).<\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff; background-color: #ff9900;\">\u00a01130\u00a0<\/span>\u00a0 wurde Graf Ludwig der I. in das oberste Grafenamt, n\u00e4mlich das eines \u201ccomes prinzipalis thuringiae\u201d berufen, nachdem der vorhergehende Hermann II. von\u00a0 Winzenburg wegen Anstiftung zum Mord abberufen worden war.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff; background-color: #ff9900;\">\u00a01131\u00a0<\/span>\u00a0 wird Ludwig I. Landgraf von Th\u00fcringen.\u00a0 Mit dieser Rangerh\u00f6hung er\u00f6ffnete sich f\u00fcr die Ludowinger die M\u00f6glichkeit des Eintritts in den sich damals bildenden Reichsf\u00fcrstenstand. Zum Kaiser Lothar III. wird ein relativ gutes Verh\u00e4ltnis gef\u00fchrt, hielt sich jedoch von der Reichspolitik fern. Auch Ludwig I. fand in Reinhardsbrunn, nach seinem Tode am 12. Jan. 1140, seine letzte Ruhest\u00e4tte.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff; background-color: #ff9900;\">\u00a01176\u00a0<\/span>\u00a0 erh\u00e4lt das Kloster durch Ludwig III. (der Milde), Sohn von Landgraf Ludwig II., ein Gebiet von dem Cymisberg (Zimmerberg \u2013 heute Tabarz) und der ansto\u00dfenden Wiesedurch den Ort, Santwerf genannt, (Sandl\u00f6cher), von da auf dem R\u00fccken des Berges Deneberg (Finstere Tanne) durch Grissinbachil (Gei\u00dfenberg) bis in die Flur Iwinghaging (Ibenhain), von da\u00a0 auf Wahlwinkelhast (Wahlwinklerhardt) bis zu den Grenzen des Gutes in T\u00fcttleben. Die Urkunde ist bei dem landgr\u00e4flichen Schlo\u00df Theneberg (1176 erstmals geschichtlich benannt) gefertigt. Inzwischen geh\u00f6rten \u00fcber 150 Bauernh\u00f6fe zum Kloster.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff; background-color: #ff9900;\">\u00a01200\u00a0<\/span>\u00a0 etwa wird bereits die Bl\u00fcte des Klosters beschrieben. Reich war das Kloster an wertvollen B\u00fcchern, kostbaren Me\u00dfgew\u00e4ndern, Monstranzen, Kelchen u. a. Kostbarkeiten. Die gesch\u00e4ftsf\u00fchrenden Konventsbr\u00fcder: Abt, Prior und der Celleratius, die Kauf-, Verkauf- und andere Vertr\u00e4ge regelten und mit Siegeln zu versehen hatten, taten das mit gro\u00dfer Exaktheit. Zahllos waren die Stiftungen, Legate und Verm\u00e4chtnisse zur Abhaltung von Jahrged\u00e4chtnissen zum Seelenheil Verstorbener mit Vigilien und Messen, bei feierlichem Gel\u00e4ut, bei brennenden Kerzen oder Unterhaltung. Es gab eine pr\u00e4chtige Klosterkirche mit Quer- und Langschiff, 24 Altare mit Gem\u00e4lden, die das Leben des heiligen Benedikt darstellten, drei Orgeln usw. Auf zwei stattlichen T\u00fcrmen sollen 12 Glocken gewesen sein.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff; background-color: #ff9900;\">\u00a01292\u00a0<\/span>\u00a0 legte der fr\u00e4nkische Raubritter Ludwig von Hesseburg im Kloster einen Brand, der gro\u00dfe Zerst\u00f6rungen anrichtete. Dieser Raubritter wollte sich r\u00e4chen, weil der Abt Marquard seinen Bruder in Friedrichroda wegen R\u00e4uberei hatte hinrichten lassen. Damals sollen auch die urspr\u00fcnglichen Grabsteine der Ludowinger verloren gegangen sein, denn die bis heute erhaltenen, nunmehr in der Eisenacher Geogenkirche, sollen Nachbildungen sein. Durch den Wiederaufbau geriet die Abtei in gro\u00dfe Geldnot und mu\u00dfte viel Land und G\u00fcter verkaufen. Auch Landgraf Heinrich Raspe (1227 -1247) hatte das Kloster geschr\u00f6pft. Er habe silberne Kelche und Kunstgegenst\u00e4nde an reiche B\u00fcrger in Gotha verpf\u00e4ndet, aber nichts wieder eingel\u00f6st. Trotz lebhaften Abla\u00dfhandel konnte sich das Kloster Reinhardsbrunn nie wieder v\u00f6llig erholen. Mit ihm waren die Ludowinger im Mannesstamm ausgestorben. Th\u00fcringen fiel an die Wettiner Markgrafen von Mei\u00dfen. Die Gel\u00fcbte der Br\u00fcder waren Armut, Beharrlichkeit, Gehorsam und Keuchheit \u2013 streng und eint\u00f6nig. Der Benediktiner Gewohnheit entsprach es, die Bed\u00fcrfnisse im Klosterbezirk selbst zu decken und so mu\u00df man sich die Anlage mit n\u00f6tigen Geb\u00e4uden, wie St\u00e4lle, Brauerei, M\u00e4lzerei, Weinkeller, Bottichhaus, Klosterm\u00fchle, Vorratsh\u00e4user mit Fleischkammer, K\u00e4sekammer etc. nebst Teichen und G\u00e4rten, sowie ein Krankenhaus vorstellen. Vor dem Pf\u00f6rtnerhaus lag die Schenke.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff; background-color: #ff9900;\">\u00a01330\u00a0<\/span>\u00a0 weilten 80 adlige G\u00e4ste im Kloster in dem Herzog Friedrich der Ernsthafte (1310 \u2013 1349) eine F\u00fcrstenversammlung abhielt.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff; background-color: #ff9900;\">\u00a01521\u00a0<\/span>\u00a0 waren die Besitzungen des Klosters in \u00fcber 170 bis 180 Orte zerstreut, in denen es \u00dcberf\u00e4lle und Fehden gab. Durch die st\u00e4ndigen Frondienste und zus\u00e4tzlichen Abgaben litten vor allem die Friedrichrodaer. Zu Beginn des 16. Jahrhunderts war die Emp\u00f6rung dagegen gro\u00df. In diesem Jahr lud der Herzog Friedrich III., genannt der Weise, (1463 \u2013 1525) die feindlichen Parteien nach Eisenach zur Verhandlung ein. Albert Beck berichtete dar\u00fcber in\u00a0 \u201cAlt \u2013 Reinhardsbrunn im Glanze seiner achthundertj\u00e4hrigen Geschichte\u201d (1930).\u201d Es wurde bestimmt:<\/p>\n<p>1. Alle Einwohner von Friedrichroda sollen dem Abte ihrem Erbherrn untert\u00e4nig und gehorsam sein und sich\u00a0 \u201cgemeiner Zusammenforderung wider den Abt, Convent und des Klosters Diner enthalten\u201d.<br \/>\n2. Es soll niemand\u00a0 \u201cm\u00f6rdliche\u201d\u00a0 Waffen beim Kirchgang, auf\u00a0 Stra\u00dfen und in Schenken tragen. 3. Die H\u00e4lfte des Schenkzinses geh\u00f6rt dem Abt, die H\u00e4lfte dem Rat, der Abt soll aber auch die H\u00e4lfte der Ausgaben tragen.<br \/>\n4. Die Einwohner von Friedrichroda und alle Klosteruntertanen haben sich nach altem Brauche mit Harnischen und Wehren am Johannistage in Altenbergen gehorsam einzufinden.<br \/>\n5. Bei Schl\u00e4gereien sollen die T\u00e4ter zur Bestrafung an das Kloster ausgeliefert werden.<br \/>\n6. Sie d\u00fcrfen die Forellenfischerei des Abts nicht sch\u00e4digen.<br \/>\n7. Das Vorgefallene soll vergeben und vergessen sein.<br \/>\n8. Bei fernerem Ungehorsam wird der F\u00fcrst zu finden und zu strafen wissen. Der Zorn der Bauern auf geistliche und weltliche Feudalherren war nur zu begreiflich. Es flossen aus Friedrichroda j\u00e4hrlich ca. 1290 Gulden an Erbzinsen und anderen Geldabgaben nach Reinhardsbrunn, etwa 260 Gulden davon kamen aus den St\u00e4dten, alle \u00fcbrigen mu\u00dften die Bauern aufbringen. Bekanntlich fand Dr. Martin Luther die h\u00f6chste Kritik am Papsttum in Kloster und Kirche. Nicht belegt ist, dass der Reformator bei seinem Aufenthalt auf der Wartburg auch an die Klosterpforte Reinhardsbrunn geklopft haben soll.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff; background-color: #ff9900;\">\u00a01525\u00a0<\/span>\u00a0 zeigen die Klosterrechnungen in R\u00f6dichen und das Reinhardsbrunner Erbbuch \u00fcber R\u00f6dichen und Schnepfenthal, welche Abgaben und Lasten den Dorfbewohnern aufgeb\u00fcrdet wurden. Damit \u00e4nderte sich auch das Glaubensbekenntnis. Entsprechend der Kirchenreform leiteten die Territorialherren von der Formel \u201cWessen das Land, dessen der Glaube\u201d, das Recht ab, Konfession ihrer Untertanen zu bestimmen. Fortan lautete sie: evangelisch-lutherisch bis in unsere Gegenwart. Am 24. April kommt es zu einer Pl\u00fcnderung\u00a0 des Klosters durch aufst\u00e4ndische Bauern aus der Umgebung von Waltershausen. Reinhardsbrunn ist ein akutes Feld des deutschen Bauernkrieges. \u00dcber diese Ereignisse der Erst\u00fcrmung des Klosters gibt es einen umfassenden Bericht des Priors Wilhelm Listermann an Kurf\u00fcrst Johann vom 27. 10. 1525 (Fuchs\/Franz: Akten zur Geschichte des Bauernkrieges \u2026 Bd.z, Jena 1942, S. 490 und 942). Als Gegner marschierten 90 Mann der Waltersh\u00e4user Stadtwehr nach Reinhardsbrunn, um das Kloster zu sch\u00fctzen. Doch diese Hilfe reichte nicht aus. Am 3. Tag wurden die M\u00f6nche davongejagt, oder fl\u00fcchteten selbst in den Reinhardsbrunner Hof\u00a0 in Gotha. 24 Altare und drei Orgeln zersplitterten, die Bibliothek verbrannte.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff; background-color: #ff9900;\">\u00a01526 \u00a0<\/span>\u00a0 gibt es vom 28. Juli einen Bericht des Tietzmann Galdecker, Amtmann zu Tenneberg, \u00fcber Hans Bader, den \u201clangen Hans\u201d aus Waltershausen. Er sei einer der Anf\u00fchrer gegen Reinhardsbrunn gewesen und Hauptmann von etwa 1000 Bauern und B\u00fcrgern. Sp\u00e4ter sei er fl\u00fcchtig geworden und habe sich in der Meininger Gegend versteckt gehalten. In Eisenach r\u00fcckte Landgraf Phillip von Hessen ein und richtete die gefangenen Bauernf\u00fchrer hin. Wiederholt lesen wir in Kirchenchroniken, dass das kirchliche wie auch das sittlich-religi\u00f6se Ringen der Menschen in unseren Waldd\u00f6rfern, die Kr\u00e4fte der Reformation beschleunigte. Papst Gregor VII. (als Reformpapst bezeichnet) versuchte die Kirche aus ihrer kritikw\u00fcrdigen Lage dieser Zeit herauszubringen. Ursachen waren Ma\u00dfst\u00e4be: \u201cMan predigte Wasser und trank Wein\u201d, in Kirche und Kloster. Das traf auch f\u00fcr Reinhardsbrunn zu. Von den Bauernf\u00fchrern sind fast alle hingerichtet worden. Welche Familien dieses Ungl\u00fcck betraf, ist hier um Reinhardsbrunn nicht bekannt geworden. Das so gut wie verw\u00fcstete Kloster kam samt seinen Besitzungen in die H\u00e4nde des Kurf\u00fcrsten Johann dem Best\u00e4ndigen (1468 \u2013 1532). Dieser war ein F\u00f6rderer von Luther und der Reformation. Einen Verb\u00fcndeten fand er im Landgrafen Phillip von Hessen. In diesem Zusammenhang sprach man vom Gotha \u2013 Torgauer B\u00fcndnis. Damit festigte sich die Grundlage zur Bildung von Landeskirchen.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff; background-color: #ff9900;\">\u00a01538\u00a0<\/span> Der Verwalter des Klosters Reinhardsbrunn, Hans von H\u00f6nigen \u2013 der seinerseits wieder\u00a0 den Segnestratoren der th\u00fcringischen Kl\u00f6ster untergeordnet war \u2013 hatte f\u00fcr die Abtei eine Rechnungsablage gefordert.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff; background-color: #ff9900;\">\u00a01541\u00a0\u00a0<\/span> werden die Besitzungen der Abtei, von welcher mehrere wegen den damaligen Wirren in fremde H\u00e4nde gefallen waren, genauer untersucht.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff; background-color: #ff9900;\">\u00a01543\u00a0<\/span>\u00a0 kam es in Folge der Untersuchungen zum Beschlu\u00df, aus dem ehemaligen Kloster ein Gut zu bilden, f\u00fcr den Fall, dass der F\u00fcrst etwa in dieser Gegend jagen wollte. Entfernte Besitzungen sollten verkauft werden. Damit endet die Geschichte des Klosters Reinhardsbrunn und der Versuch, die verfallenden Geb\u00e4ude teilweise zu restaurieren ist keine bleibende Aufgabe geworden.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff; background-color: #ff9900;\">\u00a01601\u00a0<\/span>\u00a0 Errichtete Friedrich Wilhelm I. (1562 \u2013 1602) auf den Resten des Klosters Reinhards- brunn ein Amtshaus. F\u00fcr die bisherigen Klosteruntertanen war an Stelle des Abtes ein Amtmann getreten. Dieser war f\u00fcr Gericht und Verwaltung, f\u00fcr Abgaben und Frondienste und f\u00fcr ein milit\u00e4risches Aufgebot zust\u00e4ndig. Zun\u00e4chst ist als Amtssitz ein noch erhaltenes Wirtschaftsgeb\u00e4ude des Klosters genutzt worden, doch dann wurde in der N\u00e4he des ehemaligen Klostergeb\u00e4udes ein neues Amtshaus errichtet. Der Amtsbezirk von Reinhardsbrunn umfa\u00dfte die Orte Altenbergen, Cabarz, Cumbach, Engelsbach, Ernstroda, Friedrichroda, Finsterbergen, R\u00f6dichen mit Schnepfenthal, Tabarz und Wipperoda.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff; background-color: #ff9900;\">\u00a01607\u00a0<\/span>\u00a0 war die verwitwete Dorothea Maria (1562 \u2013 1602) vor der Pest aus Weimar nach Reinhardsbrunn gefl\u00fcchtet. Sie galt als\u00a0 \u201cAhnenherrin der Ernestiner\u201d.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff; background-color: #ff9900;\">\u00a01611\u00a0<\/span>\u00a0 lie\u00df die Herzogin ein Wohnhaus errichten, dazu das gegen\u00fcberliegende \u201cHohe Haus\u201d, auf dessen Grundmauern sich sp\u00e4ter der moderne Nachfolgebau und auch die neue Kirche erhebt.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff; background-color: #ff9900;\">\u00a01674\u00a0\u00a0<\/span> von da an untersteht Reinhardsbrunn dem Gothaer F\u00fcrstenhof. Ernst I., der Fromme, Herzog von Sachsen-Coburg- Altenburg (1601 \u2013 1675) begr\u00fcndete die Gothaer Linie, die f\u00fcr Reinhardsbrunn zust\u00e4ndig ist.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff; background-color: #ff9900;\">\u00a01693\u00a0<\/span>\u00a0 regierte der Enkel von Ernst dem Frommen, Friedrich II. (1776 -1832). Erst mit ihm wird wieder etwas in Reinhardsbrunn getan. Er versah die Kirche mit einer neuen Decke, einer Orgel, zwei herrschaftlichen St\u00e4nden und einem Portal an der S\u00fcdseite.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff; background-color: #ff9900;\">\u00a01772\u00a0<\/span>\u00a0 begann die Regierungszeit von Herzog Ernst II. (1745 \u2013 1804). \u00dcber ihn schrieben Karl Ernst Adolf von Hoff und Christian Wilhelm Jakobs 1807: \u201cReinhardsbrunn war schon ein Lieblingsaufenthalt Herzog Ernst\u2019s II., der dort, entfernt vom Ger\u00e4usch des Hofes und der Welt, sich selbst und wissenschaftlicher Forschungen in ungest\u00f6rter Stille lebte\u201d. Hervorzuheben ist das von ihm gef\u00f6rderte Philanthropin mit Christian Gotthilf Salzmann im nahe bei Reinhardsbrunn gelegenem Schnepfenthal sowie die Einrichtungen des ersten\u00a0 \u201cstehenden\u201d Theaters auf Schlo\u00df Friedenstein unter Conrad Ekhof.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff; background-color: #ff9900;\">\u00a01780\u00a0<\/span>\u00a0 lie\u00df Herzog Ernst II. das Gel\u00e4nde um das ehemalige Kloster einebnen. Bei diesen Erdarbeiten stie\u00df man auf Grundmauern der alten Abtei und fand mehrere Grabsteine von \u00c4bten. Man begann, Erhaltenes zu sichern und landschaftsgestalterisch umzupflanzen. Damit wurden erste Grundlagen zur heutigen Parkanlage geschaffen.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff; background-color: #ff9900;\">\u00a01782\u00a0<\/span> ritt Johann Wolfgang von Goethe durch Reinhardsbrunn. Damit verbunden ist der bekannteste Besuch Goethes auf seiner diplomatischen Reise als Weimarischer Staatsminister \u00fcber Gotha nach Meiningen, die ihn im Mai dieses Jahres in den ganz in der N\u00e4he liegenden\u00a0 \u201cHerzog-Ernst-Stollen\u201d (heute Marienglash\u00f6hle) f\u00fchrte. Eigentlich war in der alten Bergbaustadt kein l\u00e4ngerer Aufenthalt vorgesehen, doch \u201cin Friedrichroda fing mich der Bergrat Baum auf, ich mu\u00dfte zu Tisch bleiben und kroch mit ihm vorher in den Eingeweiden der Erde herum und tat mir was rechts zu gute\u201d. (Goethe Werke, WA II; Bd. 10. Mineralogie und Geologie, S. 135, Weimar 1894) Au\u00dferdem beschrieb Goethe das Reinhardsbrunner Umfeld u.a.: \u201cUm ein wenig gr\u00fcner find ich hier die B\u00e4ume als bey uns.\u201d (Aus dem Brief an Frau von Stein, 10. Mai 1782) Weitere Besuche von Goethe im Park und Schlo\u00df Reinhardsbrunn sind im Goethe-Nationalmuseum nicht bekannt.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff; background-color: #ff9900;\">\u00a01804\u00a0<\/span>\u00a0 folgte auf den Thron in Gotha Herzog August I. (1771 \u2013 1822) In Bezug auf Reinhardsbrunn ist von ihm bekannt, dass mit seiner Unterst\u00fctzung durch den Hausoberstallmeister von Wangenheim im sogenannten Au\u00dfenpark f\u00fcr G\u00e4ste Reinhardsbrunns ein Gasthof errichtet wurde. (Vorg\u00e4nger des sp\u00e4teren Parkhotels)<\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff; background-color: #ff9900;\">\u00a01822\u00a0<\/span>\u00a0 war auch Karl Siegesmund Hedenus (1764 \u2013 1822) aus Themar entz\u00fcckt von der\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 herrlichen Waldlandschaft in Reinhardsbrunn, wo er sich entschlo\u00df, am Hochzeitstage seines Sohnes im Waldgasthof in Reinhardsbrunn zu feiern. Er er\u00f6ffnete den Hochzeitsreigen. \u201cDa r\u00fchrte ihn der Schlag und er sank der bl\u00fchenden Braut tot in die Arme.\u201d Danach wurde sein Wunsch erf\u00fcllt. Die Familie erwarb einen Platz im Wald von Reinhardsbrunn am Nordhang des Kiefernkopfes. Seit dieser Zeit kennen wir das Hedenus-Grab kurz vor dem Bahnhof Reinhardsbrunn.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff; background-color: #ff9900;\">\u00a01826\u00a0<\/span>\u00a0 kam es nach dem Aussterben der alten Gothaer Linie zwischen den erbberechtigten F\u00fcrsten von Sachsen-Meiningen, Sachsen-Coburg-Saalfeld und Sachsen-Hildburghausen (alle direkte Nachfolger von Ernst dem Frommen) zu einem Teilungsvertrag, wobei Sachsen-Gotha durch Abtretungen an Meiningen etwas verkleinert und in Personalunion mit Sachsen-Coburg und Gotha eine neue Entwicklungsrichtung eingeleitet und mit Herzog Ernst I. (1784 \u2013 1844) der bisher bedeutendste Schlo\u00dfbau begonnen.<\/p>\n<p>Die Reinhardsbrunner Entwicklungsgeschichte erf\u00e4hrt eine entscheidende Ver\u00e4nderung. Wir erleben mit dem Bau des neugotischen Schlosses nicht nur eine heimatgeschichtliche Erneuerung, sondern erleben eine gesamtdeutsche und sogar europ\u00e4ische Dynastienge- schichte direkt auf Reinhardsbrunn bezogen. Hiermit lassen sich \u00fcber Generationen verfolgte Ahnenpositionen und Entwicklungen bekr\u00e4ftigen oder auch nur ann\u00e4hernd verbinden.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff; background-color: #ff9900;\">\u00a01828\u00a0\u00a0<\/span> werden durch Herzog Ernst I. von Sachsen-Coburg und Gotha erforderliche Verwaltungs beh\u00f6rden neu eingerichtet, um die sich entwickelnde Industrie, den Ackerbau sowie Handel und Gewerbe f\u00f6rdern zu k\u00f6nnen. Landesvermessungen, Wegeverbesserungen, u. a. nach Reinhardsbrunn und Friedrichroda, Waltershausen und Tabarz verbesserten die Infrastruktur. Im Wald wurden die sch\u00f6nsten Pl\u00e4tze zug\u00e4nglich gemacht, wodurch immer mehr Touristen angelockt wurden. Mit besonderer Hingabe widmete sich Ernst I. dem Baugeschehen. Neben dem Coburger Schlo\u00df und der Veste Coburg, neben den Theaterbauten in beiden Residenzst\u00e4dten war es vor allem Reinhardsbrunn, wo der Schlo\u00dfbau vorangetrieben wurde. Als Architekten wirkten damals Gustav Eberhard und Carl Alexander von Heideloff. F\u00fcr die Parkgestaltung wurde der junge herzogliche Oberg\u00e4rtner Eulefeld beauftragt. Zwei kleine Teiche wurden vereinigt, ein dritter Teich verf\u00fcllt.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff; background-color: #ff9900;\">\u00a01832\u00a0<\/span>\u00a0 war der Hauptkomplex des Schlo\u00dfgeb\u00e4udes fertiggestellt. Die einzelnen Fl\u00fcgel des Schlo\u00dfbaues wurden nicht in rechten, sondern spitzen und stumpfen Winkeln aneinander gereiht. Dadurch wurde wohl auch die Romantik des Geb\u00e4udes erh\u00f6ht.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff; background-color: #ff9900;\">\u00a01833\u00a0<\/span>\u00a0 erreicht die gesamte Schlo\u00dfanlage 5 Geb\u00e4ude, gew\u00f6hnlich das Hohe Haus genannt, st\u00f6\u00dft nord\u00f6stlich das Einfahrts- oder auch Saalgeb\u00e4ude. Ein besonderes Kleinod einer gotischen Steinmetzarbeit finden wir am sogenannten Schalltore in Stein gehauen. Der Kopf mit Barett schaut aus einem kleinen Fenster heraus. Eine legend\u00e4re \u00dcberlieferung sagt, er stellt einen M\u00f6nchskopf vor, der die heranst\u00fcrmenden Bauern (1525) zuerst bemerkt habe. Eine andere Version meint, es sei der Meister dieser Dombauh\u00fctte, der stets namenlos bleiben mu\u00dfte und sich so auf diese Weise ein Denkmal setzte. Wie es auch sei, er wirkt nach wie vor als\u00a0 \u201cFenstergucker\u201d\u00a0 besonders attraktiv.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff; background-color: #ff9900;\">\u00a01834\u00a0\u00a0<\/span> folgte im Aufbau die Hirschgalerie (fr\u00fcher Amtshaus). Die Stockh\u00f6hen dieses Geb\u00e4udeteiles liegen nicht in gleicher H\u00f6he der anderen, sondern um einige Stufen h\u00f6her. Vom Hofe aus wurde hier eine freistehende Treppe mit Extraeingang zu dem im unteren Stock befindlichen Speisesalon, der besonders zu Jagden genutzt werden sollte, angef\u00fcgt. Daneben sind die Kaffeek\u00fcche und Vorratskammern, sowie die Wohnung des Kastellans angeordnet.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff; background-color: #ff9900;\">\u00a01835\u00a0<\/span>\u00a0 kam der Turm und ein Teil der Kirchgalerie dazu. Im ersten Stock wurden hier Wohnungen (wie \u00fcber der Hirschgalerie) f\u00fcr Kavaliere und unterm Dach Dienerwohnungen eingerichtet. Danach trat eine lange Unterbrechung der Baut\u00e4tigkeit ein.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff; background-color: #ff9900;\">\u00a01837\u00a0<\/span> setzte in Friedrichroda und Reinhardsbrunn ein st\u00e4rkerer Fremdenverkehr ein. Der Gothaer Buchh\u00e4ndler Friedrich Christoph Perthes, Mitbegr\u00fcnder des B\u00f6rsenvereins der deutschen Buchh\u00e4ndler und Freund f\u00fchrender Gelehrter seiner Zeit, war in die Berg- und Waldidylle Friedrichrodas gekommen, um sich von den Folgen einer schweren Krankheit zu erholen. Von ihm wurde Friedrichroda als Kurort entdeckt. Er hatte das Haus in der Reinhardsbrunner Stra\u00dfe bezogen, das 1834 vom Schlo\u00dfkaplan Grote gebaut worden war.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff; background-color: #ff9900;\">\u00a01840\u00a0<\/span>\u00a0 ehelichte der Sohn Herzog Ernst I., Prinz Albert (1819 \u2013 1861) seine Cousine Viktoria (1810 \u2013 1901), die damals schon K\u00f6nigin von Gro\u00dfbritannien war. Bereits 1834 hatte sie als 15j\u00e4hrige Prinzessin mit einem Leiterwagen von Liebenstein kommend \u00fcber den Dreiherrenstein den Gro\u00dfen Inselsberg besucht.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff; background-color: #ff9900;\">\u00a01841\u00a0<\/span> wurde im Rosengarten des Schlosses das Denkmal eines altdeutschen J\u00e4gers mit den Z\u00fcgen Herzog Ernst I. aufgestellt, das der Bildhauer Koch aus Gotha geschaffen hatte.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff; background-color: #ff9900;\">\u00a01844\u00a0<\/span> starb am 29. Januar der Bauherr des Schlosses Reinhardsbrunn, Herzog Ernst I.. Auf den Thron folgte ihm sein Sohn, Herzog Ernst II. (1818 \u2013 1893). Nach vielseitiger Ausbildung an den H\u00f6fen von Coburg und Br\u00fcssel, aber auch an der Bonner Universit\u00e4t, wurde er Rittmeister im s\u00e4chsischen Gardereiterregiment in Dresden. 1842 hatte er Alexandrine, die Tochter des Gro\u00dfherzogs von Baden geheiratet. Herzog Ernst II. nutzte Reinhardsbrunn besonders f\u00fcr Familientreffen, Festlichkeiten und Jagdgesellschaften, vor allem aber zur Entspannung in den Sommermonaten. Im gleichen Jahr erfolgte unter dem selbstlosen Einsatz des Arztes Dr. Ferdinand Keil in Friedrichroda der Aufschwung als heilklimatischer Kurort. Hotels und Pensionen sowie ein Badehaus entstanden.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff; background-color: #ff9900;\">\u00a01845\u00a0\u00a0<\/span> Der 30. August war einem besonderen Jagdausflug vorhalten, der von Reinhardsbrunn zur Tanzbuche und J\u00e4gersruh zur Jagd am Wei\u00dfen Berg f\u00fchrte. Nach dem Jagdbericht waren u. a. Jagdg\u00e4ste au\u00dfer der K\u00f6nigin Viktoria von Gro\u00dfbritannien und Irland, die K\u00f6nigin der Belgier, Herzogin Alexandrine (Gattin Herzog Ernst II. von Sachsen \u2013 Gotha \u2013 Altenburg), K\u00f6nig Leopold, Prinz Albert und Herzog Ernst (als Gastgeber) werden als die eifrigsten und erfolgreichsten Sch\u00fctzen ausgewiesen. Die Strecke umfa\u00dfte 66 St\u00fcck Wild. Danach wurden noch Fahrten nach Schlo\u00df Molsdorf, Ohrdruf u. a. unternommen. Am 2. September (also 2 Tage sp\u00e4ter), so das akribisch gef\u00fchrte Protokoll (Staatsarchiv Gotha), labten sich neben den k\u00f6niglichen Hoheiten weitere 27 Personen (Gefolge) an saftigen Reh- und Wildschweinbraten in Reinhardsbrunn. Es gab auch Rebh\u00fchner und k\u00f6stliche Tr\u00fcffel. Nicht von ungef\u00e4hr wurde Reinhardsbrunn auch wegen seiner Fischgerichte ger\u00fchmt, schlie\u00dflich boten die Teiche rund um das Schlo\u00df bis nach Schnepfenthal Karpfen, Zander und Forellen, die schon zu Zeiten des Klosters bei den Benediktinerm\u00f6nchen reichhaltig waren. Was lag da n\u00e4her, als diese auf\u00a0 k\u00f6niglichen und f\u00fcrstlichen Wink hin, aus dem Wasser in die Pfanne zu bef\u00f6rdern und sie dann zu servieren. Viktoria, Albert und die anderen G\u00e4ste in der Gothaischen Residenz brauchten sich nicht wie einst (laut Urkunde von 1382) an die Klostervorschriften zu halten, die festlegten, wie oft und wann Fleisch und Eier sowie Fisch aus den Teichen gegessen werden durfte. Wenn die M\u00f6nche der Abtei auch keineswegs hungern mu\u00dften, den Anspr\u00fcchen der Queen und ihres Gemahls w\u00e4re der Speiseplan des Klosters wohl kaum gerecht geworden. Solche Empf\u00e4nge bei Vater und Schwiegervater Herzog Ernst II. und Herzogin Alexandrine, geborene Prinzessin von Baden (1820 \u2013 1904) waren damals eine wichtige famili\u00e4re Grundlage im Hause der Ernestiner. In dieser geschichtlichen Zeittafel seien noch weitere bedeutende Pers\u00f6nlichkeiten aufgez\u00e4hlt, die Schlo\u00df und Park Reinhardsbrunn zu dieser Zeit besuchten: Prinz Ferdinand von Sachsen-Coburg, die Herzogin von Kent, die Gro\u00dff\u00fcrstin Helene von Ru\u00dfland, der Prinz Carl von Preu\u00dfen mit Gemahlin, die Herz\u00f6ge von W\u00fcrttemberg Alexander und Ernst, der Gro\u00dfherzog von Sachsen-Weimar und Eisenach, die Herz\u00f6ge von Sachsen-Altenburg und Sachsen- Meiningen, alle mit Gemahlin und auch die F\u00fcrsten von Schwarzburg-Sondershausen sowie Reu\u00df j\u00fcngere Linie. Noch im gleichen Jahr wurde ein noch vorhandenes Teilst\u00fcck des Klostergel\u00e4ndes nach S\u00fcden hin durch den Abri\u00df der alten Klostemauer ge\u00f6ffnet.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff; background-color: #ff9900;\">\u00a01855\u00a0<\/span>\u00a0 begann der Abri\u00df der seit 1607 erbauten Kirche, nach dem ein Brand im ersten Geb\u00e4ude diese unversehrt gelassen hatte. Der Bau einer neuen Kirche sollte in Angriff genommen werden.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff; background-color: #ff9900;\">\u00a01862\u00a0<\/span>\u00a0 war einer der zeitlich l\u00e4ngsten Aufenthalte der K\u00f6nigin Viktoria von Gro\u00dfbritannien und\u00a0 Irland (14 Tage), aber diesmal bereits als trauernde Witwe. Chronistisch sei hier gesagt, dass der britischen K\u00f6nigin Reinhardsbrunn und damit Th\u00fcringen ans Herz gewachsen war und das verdient, als besonderes Geschichtsereignis gew\u00fcrdigt zu werden. Bei ihren Besuchen soll sie immer wieder ge\u00e4u\u00dfert haben: \u201cW\u00e4re ich nicht, was ich bin, hier w\u00fcrde mein wirkliches Zuhause sein\u201d.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff; background-color: #ff9900;\">\u00a01874\u00a0<\/span>\u00a0 wurde die damals neue Kirche fertiggestellt, dessen Bau bereits 1857 begonnen wurde. Die Schlo\u00dfkapelle wurde am 16. August dieses Jahres eingeweiht.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff; background-color: #ff9900;\">\u00a01876\u00a0<\/span>\u00a0 ist die bisherige Pferdebahn von Fr\u00f6ttst\u00e4dt nach Waltershausen bis nach Friedrichroda \u2013 aber jetzt als Lokomotivbahn \u2013 weitergef\u00fchrt worden. Bisher fuhren nur Lohnfuhrwerke nach Friedrichroda und Reinhardsbrunn. Im Ahnensaal des Schlosses Reinhardsbrunn malte Professor Schneider aus Gotha die 32 Landgrafenbilder in \u00d6ltechnik, die in den spitzbogigen Nischen des oberen Gesimses ihren Platz fanden. Diese Ahnengalerie wurde relativ bescheiden ausgef\u00fchrt, laut Auftrag \u201cgrau in grau\u201d gemalt, sogenannte \u201cGrisaillen\u201d. Es wurden tats\u00e4chlich mehr andeutend umrei\u00dfende \u201cSpuren\u201d als charakteristische Portr\u00e4ts der Dargestellten ausgef\u00fchrt, aber sie erf\u00fcllten ihren Zweck. In dieser, \u00e4u\u00dferst selten so ausgef\u00fchrten Form, findet man eine solche betr\u00e4chtliche Anzahl nicht, die wesentliche Vertreter der Ludowinger, der Wettiner und solcher ihrer ernestinischen Linie in einem Reigen von Bildnissen vereinigt. Eines der 32 Bilder wird sp\u00e4ter \u2013 angeblich sei dem zweiten Weltkrieg \u2013 vermi\u00dft. Es soll sich dabei um eine Darstellung Johann des Best\u00e4ndigen gehandelt haben.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff; background-color: #ff9900;\">\u00a01896\u00a0<\/span>\u00a0 wurde die Eisenbahnstrecke an Reinhardsbrunn vorbei nach Friedrichroda bis Georgenthal weitergef\u00fchrt, wobei es beim Bau des 279,8 m langen Reinhardsbergtunnels zu mehrmonatiger Verz\u00f6gerung gekommen war.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff; background-color: #ff9900;\">\u00a01903\u00a0<\/span>\u00a0 erfolgte die Einstellung des Bergbaubetriebes unweit von Reinhardsbrunn, wo Johann Wolfgang von Goethe im Herzog-Ernst-Stollen 1782\u00a0 \u201cein Kompendium der gesamten Th\u00fcringer-Wald-Mineralogie\u201d vorfand. (Goethe-Werke, WA II, Bd. 10) Die Marienh\u00f6hle wurde danach von den beiden P\u00e4chtern Br\u00fchl und Steinbach als Schauh\u00f6hle weiterbetrieben. Marienglas aus dem alten Gipsstollen ist auch zur Ausschm\u00fcckung der Reinhardsbrunner Schlo\u00dfkapelle verwendet worden.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff; background-color: #ff9900;\">\u00a01905\u00a0\u00a0<\/span> zu Beginn des 20. Jahrhunderts hatte 1905 Carl Eduard (1884 \u2013 1954) der Herzog von Connaught f\u00fcr sich und seineFamilie der von einem n\u00e4chstj\u00fcngeren Bruder Alfreds\u00a0\u00a0 (vorletzter Regent 1893 \u2013 1900) abstammenden Linie Albany verzichtet. Carl Eduard \u2013 letzter Herzog von Sachsen-Coburg und Gotha war der Sohn von Herzog Leopold von Albany, der selbst wiederum ein Sohn von K\u00f6nigin Viktoria und Prinz Alberts war und der Prinzessin Helene von Waldeck. Zu erw\u00e4hnen sei hier, dass der Vorregent Herzog Alfred -1874 \u2013 die einzige Tochter des russischen Zaren, die Gro\u00dff\u00fcrstin Maria Alexandrowna ehelichte. Damit wurde die Verzweigung der Ernestiner auch zum russischen Adel perfekt. Reinhardsbrunn und Friedrichroda waren als Luftkurort und Wintersportplatz \u00fcber die Grenzen Deutschlands hinaus bekannt. Besonders Reinhardsbrunn wurde damals zur stillsten und einsamsten Gegend des Th\u00fcringer Waldes, am Fu\u00dfe des h\u00f6heren Gebirges gez\u00e4hlt. Das hochromantische Schlo\u00df Reinhardsbrunn galt als \u201c\u201dPerle des Th\u00fcringer Waldes\u201d.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff; background-color: #ff9900;\">\u00a01907\u00a0<\/span>\u00a0erfolgte die Gr\u00fcndung des \u201cVereins f\u00fcr die Erhaltung der Volkstrachten im Herzogtum Gotha\u201d. Dieser Verein stand unter der Schutzherrschaft der Herzogin Viktoria Adelheid\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 von Sachsen-Coburg und Gotha und hatte sich zum Ziel gesetzt, \u201cdie Volkstrachten im Herzogtum\u201d zu erhalten. Mit einem Trachtenfest im Park-Pavillion in Gotha im Dezember sollte Freude \u201can den althergebrachten\u201d kleidsamen Trachten \u201callenthalben neu\u201d geweckt werden. F\u00fcr das darauffolgende Jahr wurde ein weitaus gr\u00f6\u00dferes Trachtenfest vorbereitet.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff; background-color: #ff9900;\">\u00a01908\u00a0<\/span>\u00a0 bildete das alte F\u00fcrstenschlo\u00df mit seinem Landschaftspark, umgeben von dem gro\u00dfen Areal \u201cvortrefflicher Wiesen\u201d und den \u201curalten Linden und Fichten\u201d die beste Kulisse f\u00fcr ein Trachtenfest im Herzogtum. Am 5. August begann der Festzug durch den Schlo\u00dfpark. Daran beteiligten sich \u00fcber \u201c800 Frauen und Jungfrauen\u201d aus folgenden Orten: \u201cFinsterbergen, Teutleben, Frankenroda, Ebertshausen, Hallungen, Nazza, Neukirchen, Lauterbach, Cabarz, Fischbach, Friedrichroda, Schwarzhausen, Tabarz, Friemar, T\u00fcttleben, R\u00f6dichen, Fr\u00f6ttst\u00e4dt, Ernstroda, Ruhla, Sch\u00f6nau v. d. Wald, Laucha, Winterstein, Tambach, Altenbergen, Leina, Catterfeld, Engelsbach, Obermehler, Gera, Klein Tabarz, Georgenthal, Haina \u2026\u201d. (Die Aufz\u00e4hlung der Orte sollte die gro\u00dfe Weitr\u00e4umigkeit und Bedeutung des Trachtenvereins demonstrieren.) Vorgestellt wurden vor allem die kleidsamen Bauerntrachten, teilweise mit den kostbaren Geschmeiden geschm\u00fcckt. Nach dem Festumzug sangen (dem Bericht des Vereins zufolge) die Frankenrodaer und Finsterberger ihre h\u00fcbschen Th\u00fcringer Lieder. Und\u00a0 \u201cDie Tabarzer, Cabarzer und Frankenrodaer tanzten zierliche Reigen und die Ruhlaer f\u00fchrten ihren alten Tanz, den `R\u00fchler Sprenger` auf\u201d. Das Lied\u00a0 \u201cDas stille Tal\u201d (eine Reverenz an Reinhardsbrunn) wurde gemeinsam gesungen. Die Cabarzer und Fischbacher f\u00fchrten das Hahnenschlagen vor und dann begann \u2026\u201dein buntes Treiben nach alter Th\u00fcringer Art\u201d. Insgesamt seien etwa 10.000 Zuschauer in Reinhardsbrunn dabei gewesen. Bis heute und f\u00fcr die Zukunft bleibt dieses Trachtenfest eine Vorbildwirkung einer wirklichen Trachtenbewegung. (Quelle: Th\u00fcringer Monatsbl\u00e4tter 1908 ff.)<\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff; background-color: #ff9900;\">\u00a01911\u00a0<\/span>\u00a0 erreichte die Zahl der Friedrichrodaer Kurg\u00e4ste 14677. Ausdr\u00fccklich gelobt werden u. a. die sch\u00f6ne Lage zwischen Wiesengr\u00fcnden und bewaldeten Bergw\u00e4nden, die\u201dau\u00dferordentlich geringen Temperaturschwankungen zwischen Juni und September\u201d\u00a0 und der \u201cReichtum an Spazierg\u00e4ngen und Ausfl\u00fcgen\u201d wurde hervorgehoben. Dabei wurde die idyllische Lage von Schlo\u00df und Park Reinhardsbrunn und die gute Wasserqualit\u00e4t der Reinhardsbrunner Teiche von den Kurg\u00e4sten besonders hervorgehoben. August Eckardt, ein begeisterter Wintersportler und Schriftf\u00fchrer des Wintersport-vereins, zugleich Oberpostassessor der Deutschen Reichs post, \u00fcbernahm in diesem Jahr die Funktion des ersten Kurdirektors von Friedrichroda.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff; background-color: #ff9900;\">\u00a01912\u00a0<\/span>\u00a0 wurde wie 1908 und 1910 das letzte Trachtenfest in Reinhardsbrunn vor dem Ersten Weltkrieg\u00a0 durchgef\u00fchrt. Mit dem Weltkrieg von 1914 \u2013 1918 war es zun\u00e4chst mit dem unverwechselbarem Flair der Kurstadt und Reinhardsbrunn zu Ende.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff; background-color: #ff9900;\">\u00a01917\/18\u00a0<\/span>\u00a0 Der Krieg bef\u00f6rderte den bereits nach der Jahrhundertwende begonnenen Verfall des monarchischen Gedankens. Mit dem R\u00fccktritt des letzten Herzogs von Sachsen \u2013 Coburg und Gotha sowie mit dem Ende der T\u00e4tigkeit des gemeinsamen Landtages waren auch die verbindlichen Elemente zwischen den Landesteilen Gotha und Coburg beseitigt.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff; background-color: #ff9900;\">\u00a01919\u00a0<\/span>\u00a0 war die Landesteilung perfekt. Auf Reinhardsbrunn hatte Coburg keinen Einflu\u00df mehr, aber auch der Gothaer Adel konnte den bisherigen Charakter des Reinhardsbrunner Jagd- und Lustschlosses nicht mehr fortsetzen.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff; background-color: #ff9900;\">\u00a01920\u00a0\u00a0<\/span> endete eine Zeit schlimmster politischer Unruhen, in denen politischer Radikalismus\u00a0\u00a0 sowohl von links, als auch von rechts, Demokratisierungsans\u00e4tze zu ersticken drohten. Am 1. Juli beschlo\u00df das Reichsgesetz, Coburg dem Land Bayern zuzuordnen. AuchFriedrichroda und Reinhardsbrunn standen nun unter dem Verfassungswerk der Weimarer Republik.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff; background-color: #ff9900;\">\u00a01922\u00a0<\/span>\u00a0 erhielt Th\u00fcringen seine neue kleinstaatliche Verwaltungsstruktur mit 15 Landkreisen. Damit geh\u00f6rte Friedrichroda\/Reinhardsbrunn zum Landkreis Gotha.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff; background-color: #ff9900;\">\u00a01925\u00a0<\/span>\u00a0 lief ein Proze\u00df des letzten Coburg-Gothaer Herzogs Carl Eduard, der gegen seine Enteignung durch das Land Gotha geklagt hatte. Diese Klage, in der auch Schlo\u00df und Park Reinhardsbrunn einbezogen war, erkl\u00e4rte das Reichsgericht zun\u00e4chst (mehr aus formalen als aus grunds\u00e4tzlichen Erw\u00e4gungen) f\u00fcr ung\u00fcltig. Ein Wahlergebnis (45% in Th\u00fcringen \u2013 mehr als Reichsdurchschnitt) reichte aber nicht aus und die Entscheidung verlief f\u00fcr die F\u00fcrsten (erst 1939 konnten diese Auseinandersetzungen entg\u00fcltig beigelegt werden). Die Aufhebung der Kleinstaaterei, vor allem der damit verbundene Wegfall der kulturfordernden Leistungen der F\u00fcrstenh\u00e4user und der Residenzen als St\u00e4tten der Kulturpflege und der strenge Sparkurs der Th\u00fcringer Regierungen im Kulturbereich f\u00fchrten zu einem gewissen Verlust an kultureller Vielfalt. Ehemalige f\u00fcrstliche Kulturg\u00fcter, wie das Schlo\u00df Reinhardsbrunn bestanden als \u00f6ffentliche Stiftungen weiter fort.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff; background-color: #ff9900;\">\u00a01929\u00a0\u00a0<\/span>\u00a0 fuhr am 17. Juli die erste Th\u00fcringerwaldbahn vom Gothaer Bahnhof bis nach Tabarz. Insgesamt 21,7 km betrug die gesamte Strecke. Mit der Haltestelle \u201cReinhardsbrunner\u00a0\u00a0\u00a0 Teiche\u201d konnten nun die Reisenden, oder auch Kurg\u00e4ste, unmittelbar an Park und Schlo\u00df Reinhardsbrunn herangef\u00fchrt werden. Allerdings brachte zu dieser Zeit die Weltwirtschafts- krise auf allen Gebieten Einschr\u00e4nkungen. Im Schlo\u00df war das Victoria \u2013 Adelheid \u2013 Heim f\u00fcr Offiziersfamilien untergebracht und im Marstall befand sich eine Jugendherberge.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff; background-color: #ff9900;\">\u00a01933\u00a0<\/span>\u00a0 wurde bekanntlich auf der Basis des \u201c(Reichs-)Gesetzes zur Gleichschaltung der L\u00e4nder mit dem Reich\u201d der Th\u00fcringer Landtag aufgel\u00f6st. Unter der NS \u2013 Diktatur\u00a0 war das Gebiet Th\u00fcringen ein Zentrum der deutschen R\u00fcstungsindustrie geworden.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff; background-color: #ff9900;\">\u00a01943\u00a0<\/span> erhielt auf direkten Befehl Hitlers der Reichsf\u00fchrer SS und gleichzeitigerReichsinnen- minister Himmler, den Auftrag, im Raum Ohrdruf das F\u00fchrerhauptquartier einzurichten. Nach der geheimen Kommandosache \u201cOlga\u201d (bereits seit 1935) war unter den verschiedenen Objekten im Th\u00fcringer Wald auch Schlo\u00df Reinhardsbrunn vorgesehen.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff; background-color: #ff9900;\">\u00a01945\u00a0<\/span>\u00a0 Das Jagdschloss Reinhardsbrunn war ab 1. Februar durch die Reichskanzlei angemietet worden. Mit einem Kriegstransport aus Ostpreu\u00dfen kamen 126 Kisten Beutegut. Das Schlo\u00df erhielt den Decknamen \u201cWolfsturm\u201d. Das Kurhaus auf dem Friedrichrodaer Reinhardsberg wurde vom Chef der nazistischen F\u00fchrungsgruppe des Generalstabes mit seiner Operationsabteilung als Stabsquartier hergerichtet und mit dem Schlo\u00df in Reinhards- brunn verbunden. Der Tunnel durch den Reinhardsberg diente zur Aufnahme des Sonderzuges von Hitler (wie auch der Brandleitetunnel bei Oberhof). Allein 135 Opfer forderte ein amerikan- ischer Bombenangriff am 6. Februar 1945. 74 H\u00e4user der Stadt Friedrichroda wurden total zerst\u00f6rt. Im April befreiten alliierte Truppen der Antihitlerkoalition Th\u00fcringen von der faschistischen Diktatur. Am 4.\/5. April wurde Friedrichroda\/Reinhardsbrunn von Einheiten der III. US-Armee kampflos besetzt. Nur das Kurhaus, in dem Munition gelagert war, wurde noch v\u00f6llig zerst\u00f6rt. Kriegssch\u00e4den sowie Hunger und Not belastete die Stadt.<\/p>\n<p>III. Restauration und Neugestaltung des denkmalgesch\u00fctzten Schlosses mit Park bestimmten eine neue Entwicklungsstufe. Die Zeit nach dem II. Weltkrieg ist gepr\u00e4gt von einer traditionsbewussten\u00a0 Erneuerung bei Achtung der heimatlicher Geschichte. In diesen historischen Gem\u00e4uern sollen wieder Konferenzen, Empf\u00e4nge, Versammlungen stattfinden und rauschende Feste gefeiert werden.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff; background-color: #ff9900;\">\u00a01947\u00a0\u00a0<\/span> war im Schlo\u00df die Feuerwehrschule des Landes Th\u00fcringen untergebracht worden. Es gab \u00dcberlegungen, den 1525 in Eisenach geborgenen Gebeinen des Landgrafen Friedrich des Freudigen (gestorben 1324), die in der Schlo\u00dfkapelle aufbewahrt wurden, eine w\u00fcrdige Ruhest\u00e4tte zu verschaffen.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff; background-color: #ff9900;\">\u00a01951\u00a0<\/span> gab es Verhandlungen zwischen der Wartburgstiftung Eisenach und dem Rat des Kreises Gotha, die Grabdenkmale der Mitglieder der Landgrafenfamilie wieder in Reinhardsbrunn zu stationieren. Der damalige Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Th\u00fcringen, Moritz Mitzenheim, pl\u00e4dierte f\u00fcr den Standort in der Stadtkirche St. Georgen in Eisenach. Diesem Vorschlag wurde entsprochen unter der Bedingung, dass der Transport unter Beratung durch Landeskonservator Boecking zu erfolgen hatte. In diesem Jahr wurde au\u00dferdem ab Mai das vom Rat des Kreises Gotha beim Amtsgericht Waltershausen beantragte Bodenreformland von 6000 h f\u00fcr die Jugend GmbH Erfurt \u00fcbergeben. Dieses ehemalige herzogliche Gel\u00e4nde jenseits der Landstra\u00dfe im Norden des Schlo\u00dfgel\u00e4ndes wurde von da ab von der Pionierorganisation \u201cErnst Th\u00e4lmann\u201d in der DDR genutzt. Zuerst ein Zeltlager, dann mit festen Geb\u00e4uden entstand hier das Zentrale Pionierlager\u00a0 \u201cGeorgi Dimitroff\u201d.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff; background-color: #ff9900;\">\u00a01952\u00a0<\/span>\u00a0 besteht erstmals ein von der Binnenfischerei betriebener Bootsverleih (am Gondelteich) in Reinhardsbrunn.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff; background-color: #ff9900;\">\u00a01953\u00a0\u00a0<\/span> begann am 7. April der Bau einer neuen Wasserleitung von 3 Quellen des Reinhards- Teiches f\u00fcr das Ortsnetz von Friedrichroda. Es folgte der Bau einer Pumpstation. Im Mai des folgendes Jahres konnte dann das frische Quellwasser in den damals wieder aufbl\u00fchenden Ferienort geleitet werden, eine Verbesserung, die nicht nur den Einwohnern, sondern auch den immer zahlreicher werdenden Urlaubern und Ausfl\u00fcglern zugute kam.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff; background-color: #ff9900;\">\u00a01957\u00a0\u00a0<\/span> Die DEFA macht Aufnahmen zum M\u00e4rchenfilm\u00a0 \u201cRapunzel\u201d im Hof und im Schloss. 1961\u00a0 fanden in Friedrichroda \/ Reinhardsbrunn 68.394 Urlauber Erholung und Entspannung. Dazu kamen noch\u00a0 viele Tagestouristen. Das ehemalige herzogliche Jagd- und Lustschlo\u00df wurde vom Reiseb\u00fcro der DDR als Renomierhotel und Devisenbringer genutzt.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff; background-color: #ff9900;\">\u00a01962\u00a0<\/span>\u00a0 erlebten die Friedrichrodaer und ihre G\u00e4ste das 125j\u00e4hrige Jubil\u00e4um als Kur- und Erholungsort. Eine 19-k\u00f6pfige Kurkapelle sorgte damals f\u00fcr frohe Kl\u00e4nge in den Parks und Ferienheimen der Gewerkschaften. Eine Trachtengruppe, der M\u00e4nnerchor und ein Mandolinenorchester der Stadt brachten abwechslungsreiche Programme.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff; background-color: #ff9900;\">\u00a01963\u00a0<\/span>\u00a0\u00a0erhielt Friedrichroda mit Reinhardsbrunn durch den damaligen Bezirkstag Erfurt das Pr\u00e4dikat \u201cStaatlich anerkannter Erholungsort\u201d. Das war im damaligen Osten Deutschlands, der DDR, die h\u00f6chste Anerkennung f\u00fcr G\u00e4stebetreuung.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff; background-color: #ff9900;\">\u00a01974\u00a0<\/span>\u00a0 wurde eine erste Restaurierung im Schlosshotel mit erheblichem Kostenaufwand durchgef\u00fchrt. Damit gelangten Schloss und Park wieder zu einem neuen Anziehungspunkt. Nicht nur als Tagungsst\u00e4tte internationaler und nationaler (damit auch gesamtdeutscher \u2013 trotz zweier deutscher Staaten) Kongresse und Symposien, vor allem aber auch f\u00fcr Liebhaber gepflegter und gehobener Gastlichkeit. Im Ahnensaal finden Konzerte statt und im Schlo\u00dfhof wurden Kaffee-Nachmittage organisiert. Neueste Attraktion im Schlo\u00df wurde die Gastst\u00e4tte \u201cKlosterkeller\u201d. Nicht weit entfernt von Schlo\u00df und Park empfing das Parkhotel mit geschmackvollen Gastr\u00e4umen seine G\u00e4ste. Es war 1813 mit Bierbrauerei als \u201cGasthof Reinhardsbrunn\u201d gebaut worden. Beliebt zu dieser Zeit war die Bootsstation in unmittelbarer N\u00e4he des Parkhotels am Gondelteich. Unter Einbeziehung des Schlossparkes entwickelte sich hier ein kleines Naherholungszentrum. Eine Bootsparty mitten im Th\u00fcringer Wald gestaltete sich als Urlauberh\u00f6hepunkt. Im Ferienort Friedrichroda selbst war zu dieser Zeit die Rekonstruktion der Perthes-Promenade mit rund 300.000 Mark der DDR auch zu einer Naherholungsattraktion geworden.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff; background-color: #ff9900;\">\u00a01980\u00a0<\/span>\u00a0 Friedrichroda\/Reinhardsbrunn registrierte 2900 Ferienpl\u00e4tze der Gewerkschaften in 7 Erholungsheimen und 7 Urlauberwohnheimen, davon sind rund 700 Privatunterk\u00fcnfte.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff; background-color: #ff9900;\">\u00a01987\u00a0<\/span> wurde in Friedrichroda\/Reinhardsbrunn das 150j\u00e4hrige Jubil\u00e4um als Erholungsort gefeiert.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff; background-color: #ff9900;\">\u00a01989\u00a0<\/span>\u00a0 steigern sich die politischen Ereignisse zur Bankrotterkl\u00e4rung der DDR-Regierung. Am 9. November werden die Grenzen zur BRD ge\u00f6ffnet.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff; background-color: #ff9900;\">\u00a01990\u00a0<\/span>\u00a0 erfolgt die Wende zur deutschen Wiedervereinigung. Die politischen Ereignisse dieses Jahres f\u00fchren am 18. M\u00e4rz zu freien demokratischen Wahlen f\u00fcr die Volkskammer der DDR. Deutschlands Wiedervereinigung wurde am 3. Oktober dieses Jahres vollzogen.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff; background-color: #ff9900;\">\u00a01991\u00a0<\/span> Am Reinhardsbrunner Schlo\u00df wurde das Kavaliershaus nach dem Umbau er\u00f6ffnet. Rund 600 G\u00e4ste monatlich wurden von 38 Mitarbeitern des Schlosshotels betreut. Damit, so der damalige Hoteldirektor Klaus Kraft, sei eine Auslastung von 80 Prozent erreicht. Mit Hilfe eines 4 Millionen \u2013 Kredites war das Kavaliershaus durch polnische Restauratoren restauriert worden. Noch ungekl\u00e4rte Eigentumsverh\u00e4ltnisse belasteten noch das Schlosshotel.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff; background-color: #ff9900;\">\u00a01992\u00a0<\/span>\u00a0 hatte die Ressort \u2013 Hotel-Gesellschaft das Schloss von der Treuhand gekauft, im Paket mit\u00a0 anderen Reiseb\u00fcro-Hotels der DDR. Im Au\u00dfenbereich wurde das Evangelische Stift Reinhardsbrunn mit einem Gottesdienst er\u00f6ffnet.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff; background-color: #ff9900;\">\u00a01993\u00a0<\/span>\u00a0 gr\u00fcndet sich in Friedrichroda im April die \u201cVerwaltungsgemeinschaft Reinhardsbrunn\u201d mit Friedrichroda\/Reinhardsbrunn und den Gemeinden Finsterbergen und Ernstroda \/Cumbach. In den Mitgliedsorten leben zirka 8.650 Einwohner. Das gesamt Gebiet umfa\u00dft 3.659 ha, davon 2.041 ha Wald. Die Stiftung\u00a0 \u201cDer Herzog von Sachsen-Coburg-Familien\u201d\u00a0 hatte 1990 Antrag auf R\u00fcckf\u00fchrung der L\u00e4ndereien (ehemaliges Kinderferienlager der DDR) im Reinhardsbrunner Au\u00dfenbereich gestellt. Damit wurde der geplante Bau eines eigenen Schulungszentrums der Fleischer- Berufsgenossenschaft (FBG) in Frage gestellt. Insgesamt waren das 843 ha, die diese Altanspr\u00fcche des Adels ausmachten. Dieser Antrag wurde jedoch abgelehnt, weil die Enteignung von 1945 \u2013 1949 laut Urteil des Bundesverfassungsgerichtes von 1991 rechts- kr\u00e4ftig wurde. Das Parkhotel wird wegen erheblicher Baum\u00e4ngel und evtl. bevorstehender Rekonstruktion geschlossen.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff; background-color: #ff9900;\">\u00a01994\u00a0<\/span>\u00a0 Erhielt die FBG den Zuspruch f\u00fcr den Bau des Weiterbildungszentrums in Reinhardsbrunn. In diesem Jahr erfolgte die Grundsteinlegung. Auf einem Areal von 45.000 Quadratmetern entstehen damit ein H\u00f6rsaal, Seminarr\u00e4ume und 62 Teilnehmerzimmer. Bankkosten sind 34 Millionen Mark. 2000 Lehrgangsteilnehmer j\u00e4hrlich finden damit optimale Bedingungen f\u00fcr Wochen- oder Halbwochenkurse. Im Kavaliershaus wird der Fr\u00fchst\u00fccksraum in der obersten Etage zum \u00f6ffentlichen Restaurant umgebaut.<\/p>\n<p>Im Park von Reinhardsbrunn wird Heilwasser gefunden, was den Antrag Friedrichrodas als Kneipp-Kurort f\u00f6rdert. Die Stadt f\u00f6rdert den Bau einer Leitung \u00fcber den Reinhardsberg sowie f\u00fcr die Abf\u00fcll-Firma \u201cSchlo\u00dfquelle\u201d, die im Ortsausgang nach Ernstroda gebaut werden kann. Entsprechend dem Auftrag der Stadtverwaltung Friedrichroda pr\u00e4sentiert Dr. Hans-J\u00f6rg Ruge vom Th\u00fcringer Staatsarchiv auf Schloss Friedenstein in Gotha den ersten von vier Teilen der Stadtgeschichte. Schwerpunkt im ersten Heft ist Reinhardsbrunn die Kloster- und Schlo\u00dfgeschichte. Dr. Ruge betonte besonders: \u201cFriedrichroda kann nicht losgel\u00f6st von der Geschichte Reinhardsbrunn betrachtet werden\u201d. Die erste Auflage (etwa 50 Seiten) erschien mit 2000 Exemplaren. In diesem Jahr wurde das Kavaliershaus selbst\u00e4ndiges Hotel mit Restaurantbetrieb, nachdem es seit 1992 bereits als Bettenhaus des Schlosses fungierte. 19 stilvoll eingerichtete Zimmer\u00a0 bieten individuellen Komfort.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff; background-color: #ff9900;\">\u00a01995\u00a0\u00a0<\/span> fa\u00dfte die Synoda der evangelischen Landeskirche am 23. M\u00e4rz den Beschlu\u00df, das Grundst\u00fcck des Stiftes Reinhardsbrunn wieder zu ver\u00e4u\u00dfern. Bisher wurde das Stift genutzt f\u00fcr die Evangelische Erwachsenenbildung Th\u00fcringen mit einem Teil ihrer Zweigeinrichtungen, die L\u00e4ndliche Heimvolkshochschule, das P\u00e4dagogisch \u2013 Theologische Zentrum f\u00fcr die Aus-, Fort- und Weiterbildung von gemeindep\u00e4dagogischen Mitarbeitern. Au\u00dferdem zur Aus- und Weiterbildung der Pfarrvikare in der Ev.-Luth. Kirche Th\u00fcringens usw. Eine gro\u00dfe Anzahl von gr\u00f6\u00dferen und kleineren Tagungen und Konferenzen wurden seit 1992 durchgef\u00fchrt. F\u00fcr die weitere Schlossrestaurierung wurde mit einer Investitionssumme von rund 50 Millionen Mark die Baugenehmigung erteilt. Im Januar 1995\u00a0 wurde das Schloss wegen bevorstehender Renovierung geschlossen.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff; background-color: #ff9900;\">\u00a01997\u00a0<\/span> werden im Hotel Kavaliershaus erste Renovierungen und Versch\u00f6nerungen vorgenommen. Es entsteht eine Hotelsuite im romantischen Flair, die besonders bei Hochzeitsg\u00e4sten beliebt ist und ein Bier- und Kaffeegarten auf der Wiese neben demHaus.<\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff; background-color: #ff9900;\">\u00a01998\u00a0\u00a0<\/span> hatte zum 1. Reinhardsbrunner\u00a0 PARKFEST der Verein \u201cNeue Arbeit auf dem Lande in\u00a0 Th\u00fcringen e.V.\u201d (NALIT e.V.) in die Parkanlagen des Stiftes Reinhardsbrunn\u00a0 eingeladen. Unter dem Motto \u201cWas entsteht neues in Reinhardsbrunn?\u201d wurde im Stift \u00fcber Arbeit und Vorhaben gesprochen. Am 1. April konnten 25 neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beginnen, das Stift weiter zu profilieren zu den Themen wie: <em>Reinhardsbrunner Klostergeschichte Kneipp \u2013 Gesundheitszentrum Landschaftspark Reinhardsbrunn<\/em><\/p>\n<p><span style=\"color: #ffffff; background-color: #ff9900;\">\u00a01999\u00a0<\/span>\u00a0 wurde am 14. April mit einem Gro\u00dfaufgebot von Vertretern der Fleischindustrie, das neue Aus- und Fortbildungszentrum f\u00fcr Arbeits- und Gesundheitsschutz der Fleischerei \u2013 Berufsgenossenschaft Mainz (FBG) in Reinhardsbrunn er\u00f6ffnet. Das Schulungszentrum erhielt 60 Einzelzimmer und wird von elf Gastronomie- und Hotelfachkr\u00e4ften der Region bedient. Anregung f\u00fcr den Standort kam von Fleischereiinnungsmeister Rainer Koch aus Friedrichroda. Neben dem Fischlehrpfad, der in Reinhardsbrunn bereits einige Jahre besteht und auch durch den Schlosspark f\u00fchrt, wurde im Juni der Benediktinerpfad eingeweiht. Baubeginn war im August des vergangenen Jahres. Ganz traditionsbewu\u00dft hatten die Verantwortlichen der Kurgesellschaften Friedrichroda und Tabarz sowie des Fremdenverkehrsvereins Waltershausen in einem gemeinsamen Projekt entschieden, einem regionalen Rundwanderweg (15 Kilometer) den Namen der Benediktiner zu geben. Schlie\u00dflich gilt das Reinhardsbrunner Kloster als bedeutende St\u00e4tte Th\u00fcringer Regionalgeschichte. Verbunden damit werden touristische Sehensw\u00fcrdigkeiten (komplett beschildert), sagenumwobene Orte aus der Klosterzeit und Ausflugsziele. Die Einweihung erfolgte am Th\u00fcringer Wandertag des Jahres 1999.<\/p>\n<p>Am\u00a0 31. Juli und 1. August veranstaltete das Hotels Kavaliershaus im Schlo\u00dfpark das 1. Reinhardsbrunner SCHLOSSFEST statt. Hier hatte sich die \u201cLudowinger Tafelrunde e. V.\u201d aus Eckardsberga in ihren historischen Kost\u00fcmen mit Hof-, Tisch- und Tafelsitten aus der Zeit Ludwig III. pr\u00e4sentiert. Eine reiche G\u00e4stezahl konnte sich beim Hufeisenwerfen oder Bogenschie\u00dfen versuchen und sich zum \u201cRitter schlagen\u201d lassen oder auch etwas \u00fcber Wappenkunde erfahren. Au\u00dferdem gab es zu reichhaltigem Speis und Trank auch Marktst\u00e4nde, Kinderkarussell und es wurden Kutschfahrten und Ponyreiten angeboten. Den H\u00f6hepunkt des Jahres 1999 bildeten die Feierlichkeiten zum Jahreswechsel.Unter dem Motto:\u00a0 \u201cSagenhaftes Reinhardsbrunn \u2013 1000 Jahre Kloster \u2013 Schloss &amp;Hotel\u201d fand eine 4-t\u00e4gige Kultur- und Men\u00fczeitreise statt, die jeweils einen der historischen Abschnitte darstellte. Dieses war gewisserma\u00dfen ein kleiner Test f\u00fcr eine sp\u00e4tere glamour\u00f6se, mehrere Tage andauernde Wiederer\u00f6ffnung des Schlosshotels.<\/p>\n<p>Zum Jahresende 2001 wurde das Hotel geschlossen.<\/p>\n<hr \/>\n<p>Literaturnachweis \/ Quellen\u00a0 zur Reinhardsbrunner Chronik<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px;\"><span style=\"font-size: x-small;\">1. Nach Ver\u00f6ffentlichungen des Th\u00fcringischen Staatsarchivs Gotha, Schlo\u00df Friedenstein \u00b7 Geheimes Archiv 00II Nr. 15a; Oberkonsistorium Spevialia, Am Reinhardsbrunn Nr. 2; Kammerarchiv, Am Reinhardsbrunn Nr. 728; Schlo\u00dfhaupt- mannschaft Gotha Nr. 884, 897a, 964, 981; Oberhofmarschallamt Nr. 274, 275 627 \u2013 Landeskirchenarchiv Eisenach: A 880 II<br \/>\n<\/span><span style=\"font-size: x-small;\">\u00b7 F.X. Wegele: Anales Reinhardsbrunnenes, Jena 1854<\/span><br \/>\n<span style=\"font-size: x-small;\"> \u00b7 O. Posse: Die Reinhardsbrunner Geschichtsb\u00fccher, Leipzig 1872<\/span><br \/>\n<span style=\"font-size: x-small;\"> \u00b7 K Wenk: Zur Entstehung der Reinhardsbrunner Historien und der Erfurter Peterschronik, in: Neues Archiv der Gesellschaft f\u00fcr \u00e4ltere deutsche Geschichtskunde, Band 10, Hannover 1884\/85<\/span><br \/>\n<span style=\"font-size: x-small;\"> \u00b7 Cronica Reinhardsbrunnensis, hrsg. V. O. Holder Egger, in: Monumenta Germaniae historica, SS, Band XXX\/1, Hannover 1896, S. 490 \u2013 656<br \/>\n<\/span><span style=\"font-size: x-small;\">2.\u00a0 \u201cKleiner Kunstf\u00fchrer\u201d durch Kirchen, Schl\u00f6sser und Sammlungen im mitteleurop\u00e4ischen Kulturraum, Verlag Schell und Steinert GmbH Regensburg 1996<br \/>\n<\/span><span style=\"font-size: x-small;\">3.\u00a0 5000 Jahre Weltgeschichte, Die Klosterregel des heiligen Benedikt, M. David Knowlers, S. 164, Verlag Wehling, Were i. W.<br \/>\n<\/span><span style=\"font-size: x-small;\">4.\u00a0 Auf den Spuren Th\u00fcringer F\u00fcrsten, Wilhelm Rausch, Lektoren Dr. Helga Rasche, Gotha und Dr. K. P Herr, Gotha, Justus Perthes Verlag Gotha, 1. Auflage 1995<br \/>\n<\/span><span style=\"font-size: x-small;\">5.\u00a0 R. Jonscher: Kleine th\u00fcringische Geschichte, Jenzig-Verg K\u00f6hler, Jena 1993<br \/>\n<\/span><span style=\"font-size: x-small;\">6.\u00a0 Ulrich Brunzel: Hitlers Geheimobjekte im Th\u00fcringer Wald; J.-Jung-Verlag Zella-Mehlis; Suhl 1992<br \/>\n<\/span><span style=\"font-size: x-small;\">7.\u00a0 Forschungen zur Th\u00fcringischen Landesgeschichte, Weimar 1958, S. 115 \u2013 149<br \/>\n<\/span><span style=\"font-size: x-small;\">8.\u00a0 Mitteilungen der Vereinigung f\u00fcr Gothaische Geschichte und Altertumsforschung 9 (1907), S. 63 \u2013 73; Reste der Reinhardsbrunner Bibliothek (nach Ehwald Rudolf)<br \/>\n<\/span><span style=\"font-size: x-small;\">9.\u00a0 Bau- und Kunstdenkm\u00e4ler Th\u00fcringes, Bd. 3, Heft 1, Jena 1891, S. 16 \u2013 26 (Lefeld, Paul)<br \/>\n<\/span><span style=\"font-size: x-small;\">10. Annerose Reinhardt\/Christel Gr\u00e4fenhahn: Friedrichroda (Rat der Stadt), Buchdruckerei Frank Schr\u00f6eter, Friedrichroda, 1987<br \/>\n<\/span><span style=\"font-size: x-small;\">11. Die Mitarbeiter des Hotels Kavaliershaus und ehemalige Schlossbedienstete<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Chronistischer \u00dcberblick Runde 450 Jahre, von 1085 bis in das erste Drittel des 16. Jahrhundert befand sich an der Stelle des heutigen Schlosses Reinhardsbrunn ein Kloster gleichen Namens. Es verdankt seine Entstehung dem Aufbruch im hohen Mittelalter, der ganz Europa erfa\u00dfte und besonders in Th\u00fcringen mit den Ludowingern verbunden ist.&#46;&#46;&#46;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":74,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"jetpack_post_was_ever_published":false,"footnotes":""},"jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/P7Upjq-1e","_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.schloss-reinhardsbrunn.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/76"}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.schloss-reinhardsbrunn.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.schloss-reinhardsbrunn.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.schloss-reinhardsbrunn.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.schloss-reinhardsbrunn.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=76"}],"version-history":[{"count":13,"href":"http:\/\/www.schloss-reinhardsbrunn.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/76\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":304,"href":"http:\/\/www.schloss-reinhardsbrunn.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/76\/revisions\/304"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.schloss-reinhardsbrunn.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/74"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.schloss-reinhardsbrunn.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=76"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}