{"id":74,"date":"2014-01-04T18:37:56","date_gmt":"2014-01-04T16:37:56","guid":{"rendered":"http:\/\/schloss-reinhardsbrunn.de\/?page_id=74"},"modified":"2019-03-22T13:04:18","modified_gmt":"2019-03-22T11:04:18","slug":"chronik","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/www.schloss-reinhardsbrunn.de\/?page_id=74","title":{"rendered":"Chronik"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.schloss-reinhardsbrunn.de\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/Schloss-Stich.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-83\" width=\"1086\" height=\"681\" srcset=\"http:\/\/www.schloss-reinhardsbrunn.de\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/Schloss-Stich.jpg 800w, http:\/\/www.schloss-reinhardsbrunn.de\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/Schloss-Stich-300x188.jpg 300w, http:\/\/www.schloss-reinhardsbrunn.de\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/Schloss-Stich-250x156.jpg 250w\" sizes=\"(max-width: 1086px) 100vw, 1086px\" \/><\/figure>\n\n\n<h1>\u00a0<\/h1>\n<h2 style=\"text-align: left;\">\u2026die Kurzfassung<\/h2>\n<p>Es geschah 1083 als der Pfalzgraf Friedrich II. seinen Hof Zscheiplitz bei Freiburg an der Unstrut verlie\u00df \u00fcberfielen ihn die Ritter Dietrich und Ulrich von Teutleben\u00a0 sowie\u00a0 Reinhard\u00a0 von\u00a0 Reinst\u00e4dt und verletzten ihn t\u00f6dlich. Bald nach der Tat ehelichte Graf Ludwig der Springer von der Wartburg die junge Witwe Adelheit. Das Volk munkelte er sei der Auftraggeber f\u00fcr die Untat gewesen. M\u00f6nche griffen den Gedanken auf und schrieben, dass die neue Ehe von Reue und Angst ums Seelenheil \u00fcberschattet war und dass deshalb Ludwig der Springer im Jahre 1085 bei Friedrichroda das Kloster Reinhardsbrunn und in Sangerhausen die Ulrichskirche stiftete.<\/p>\n<p>Ludwig der Springer geh\u00f6rte zu den herausragenden Pers\u00f6nlichkeiten Th\u00fcringens der Feudalzeit. Zielbewusst trieb er Machtpolitik. Das spiegelt sich unter anderem im Burgenbau wieder. Kaum hatte er die Wartburg errichten lassen (um 1070) so entstand auf seine Veranlassung an der Unstrut die riesige Neuenburg auf Gel\u00e4nde das Adelheit eingebracht hatte.<\/p>\n<p>Ludwigs Politik zielte auf einen feudalen Landesstaat Th\u00fcringen. Als Ludwig der Springer sich nach einem Ort f\u00fcr das Kloster umsah, traf er einen T\u00f6pfer namens Reinhard der bei einem Brunnen ein H\u00e4uschen hatte. Eben jener sah nachts Lichter. Wo Sie ihm erschienen waren entstand das Kloster. Daraus ergab sich der Name. Benediktiner-M\u00f6nche siedelten sich an. Um das Kloster lebensf\u00e4hig zu machen stiftete der th\u00fcringische Graf den M\u00f6nchen 150 Bauernh\u00f6fe. Die frommen M\u00e4nner erbauten dann bald eine M\u00fchle, eine B\u00e4ckerei,\u00a0 Brauerei,\u00a0 ein Vorratshaus Krankenhaus und G\u00e4rtnerei. Nahebei finden wir noch heute die k\u00fcnstlich angelegten Teiche f\u00fcr die Fischzucht.\u00a0 Reinhardsbrunn\u00a0 und Wartburg die Verk\u00f6rperung von Geist und Macht des Mittelalters in Th\u00fcringen, zeigten sich dann in enger Verflechtung bis zu dem Tag, da Thomas M\u00fcntzers Anh\u00e4nger das Kloster besetzten. Die Chronik des Hauses best\u00e4tigt das. 1114 war Ludwig der Springer Gefan\u00adgener der Zentralgewalt. Bis zu seinem Tode 1123 weilte er in seinem Kloster als M\u00f6nch.<\/p>\n<p>Das Kloster wurde im Mittelalter zu einem der reichsten in deutschen Landen \u2013 durch Kauf und Schenkung, aber auch durch\u00a0 manche get\u00fcrkte Urkunde, was die Arbeit der Historiker um die \u201cReinhardsbrunner F\u00e4lschungen\u201d bereicherte. 1330 weilten 80 adlige G\u00e4ste im Kloster in dem Herzog Friedrich der Ernsthafte eine F\u00fcrstenversammlung abhielt. Am 4. April 1521 klopfte Martin Luther ans Tor. Auf der Reise nach Worms bat er um Nachlager. Vier Jahre sp\u00e4ter, acht Tage vor dem Osterfest 1525, st\u00fcrmten Bauern Reinhardsbrunn, zechten sich eine Nacht lang Mut und Kraft an und schlugen dann zu. 24 Alt\u00e4re und drei Orgeln zersplitterten, die Bibliothek verbrannte und mit den Gebeinen der Landgrafen trieben die Randalierer Schabernack. Das Kloster fand nie mehr zur alten Bl\u00fcte zur\u00fcck. \u00a0Ein Plan, es nach dem Drei\u00dfigj\u00e4hrigen Krieg zum Sitz eines \u201cCollegium Hunnianum\u201d zur Schlichtung theologischer Differenzen zu machen, scheiterte. Mit dem Bau eines Amtshauses durch Herzog Friedrich Wilhelm 1. von Sachsen-Weimar beginnt 1601 ein neuer Abschnitt in der Geschichte von Reinhardsbrunn.\u00a0 Die Teilung des Herzogtums Sachsen-Weimar und deren Aussterben f\u00fchrte erneut 1825 zu einem Besitzwechsel.<\/p>\n<p>Zu dieser Zeit ist auf den Grundmauern bereits ein Schlo\u00df errichtet, das Herzog Ernst I. von Coburg Gotha 1828 an nach englischem Stil in seine heutige Form bringen l\u00e4sst: warmer Kalkstein mit neogotischen Fensterb\u00f6gen, spitze T\u00fcrme und Schie\u00dfscharten als Zierrat. Hoheiten kommen von weither, werden als Verwandtschaft begr\u00fc\u00dft, denn Ernst 1. galt als ,,der Schwiegervater Europas\u201d. Sein Sohn Albert ehelichte 1840 seine Cousine Victoria die damals schon K\u00f6nigin von England war. Sie verbrachte mehrere Sommerferien in Reinhardsbrunn. Damals residierte Herzog Ernst II\u00a0 auf Reinhardsbrunn \u2013 ein leidenschaftlicher J\u00e4ger der die deutsche Sch\u00fctzengesellschaft gr\u00fcndete. \u00a0Die Sch\u00f6nheit der Umgebung und der Wildreich\u00adtum der W\u00e4lder lockten Adlige in das Jagd- und Lustschloss nach Reinhardsbrunn. Bei einer gro\u00dfen Jagd im August 1845 befand sich unter den G\u00e4sten K\u00f6nigin Victoria und ihr Gatte aus Gro\u00dfbritannien, der K\u00f6nig von Belgien sowie Herz\u00f6ge und F\u00fcrsten aus ganz Mitteleuropa. Es war wie ein f\u00fcrstlicher Taubenschlag. Bis zum Ausbruch des II. Weltkrieges war Reinhardsbrunn Sommersitz. Jagd und G\u00e4stehaus der herzoglichen\u00a0 Familie\u00a0 Sachsen-Coburg-Gotha.\u00a0 1938\u00a0 heiratete\u00a0 hier\u00a0 Prinzessin Sibylla von\u00a0 Sachsen-Coburg\u00a0 und\u00a0 Gotha den Prinzen Gustav Adolf von Schweden.<\/p>\n<p>Im Dritten Reich war die Anlage an die Reichskanzlei vermietet. In den letzten Kriegstagen herrschte gesch\u00e4ftiges Treiben. Transporter kamen und fuhren \u2013 irgendwohin.\u00a0 Die US-Army \u00fcbernahm das Geb\u00e4ude kampflos. Es wurde den Russen als Lazarett \u00fcberlassen. Sp\u00e4ter diente das Schlo\u00df als Feuerwehr- und Polizeischule.\u00a0 1961 wurde es als Hotel der \u201cReiseb\u00fcros der DDR\u201d er\u00f6ffnet.\u00a0 Die\u00a0 Wirtschaftsf\u00fchrer\u00a0 des\u00a0 Ostblocks tagten hier genauso wie Wissenschaftler und Historiker aus aller Welt. \u00a0Nach dem Mauerfall war die Travel Hotel GmbH Rechtstr\u00e4ger, sp\u00e4ter durch die Treuhandanstalt an die Investorengesellschaft verkauft. Es\u00a0 sollte ein Hotelkomplex mit mehreren Geb\u00e4uden im wundersch\u00f6nen Landschaftspark entstehen.<\/p>\n<p>Seitdem gab es zahlreiche Besitzerwechsel, aber geschehen ist nichts. Schlo\u00df Reinhardsbrunn ist ein einzigartiges, historisches Baudenkmal, welches mit gro\u00dfer Sachkenntnis dringend saniert werden muss.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00a0 \u2026die Kurzfassung Es geschah 1083 als der Pfalzgraf Friedrich II. seinen Hof Zscheiplitz bei Freiburg an der Unstrut verlie\u00df \u00fcberfielen ihn die Ritter Dietrich und Ulrich von Teutleben\u00a0 sowie\u00a0 Reinhard\u00a0 von\u00a0 Reinst\u00e4dt und verletzten ihn t\u00f6dlich. 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